ERSTBESUCH MIT DEM REPRODUKTIONSMEDIZINER

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ERSTBESUCH MIT DEM REPRODUKTIONSMEDIZINER 2017-07-07T10:30:35+00:00

Erstgespräch

Beim Erstgespräch mit einem Reproduktionsmediziner werden Informationen über die Krankengeschichte und besonders über die Fertilitätsgeschichte des Paares gesammelt. Die wichtigsten Informationen sind folgende:

  1. Alter des Paares.
  2. Vorgehende Schwangerschaften (auch beim Mann).
  3. Vorgehende chirurgische Angriffe, schädliche Gewohnheiten.
  4. Mögliche Erbkranheiten.
  5. Vorgehende Frauenkranheiten (entzündliche Beckenerkrankung, Myome, Zervixkonisation, Endometriose, u.a.).
  6. Dauer und Häufigkeit der Menstruationszyklen. Dauer der Regelblutung.
  7. Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs.
  8. Beim Mann: Berufslaufbahn, schädliche Gewohnheiten, Medikamenteneinnahme, vorgehende medizinische, urologische und entzündliche Krankheiten.

Für diese Untersuchung sind folgende Tests erforderlich: eine Ultraschall, eine Hysterosalpingrographie und ein Spermiogramm.

Vaginale Ultraschall: Der vaginale Ultraschall erlaubt, Grösse, Aussehen und Form der Eierstöcke, Anwesenheit von Eierstockzysten, Endometriome (Gebärmutterschleimhautgeschwulst), Abwesenheit von Polypen, Myome, Hydrosalpinx (Flüssigkeitansammlung im Eileiter), u.a. zu bestimmen.

Eileiter-Test (Hysterosalpingographie): Es handelt sich um eine Radiographie der Beckenzone. Dabei wir ein Kontrast verwendet, der die Form und Durchlässigkeit der Eileiter aufzeigt.

Hormonanalyse: Durch eine Blutabnahme werden die Hormonen, die den Ovarialzyklus regeln, analysiert, um Angaben über die Eierstockreserve und die Wahrscheinlichkeit des Eisprungs zu sammeln.

Spermiogramm: Das ist ein Samenanalyse wodurch die Menge, Beweglichkeit und Form der Samenzellen bewertet werden. Normalerweise werden zusätzliche Tests wie die Wiedergewinnung frei beweglicher Spermien (Dichtegradienten-Zonenzentrifugation), Anwesenheit von Antispermien Antikörpern, Vitalitätstest, u.a. durchgeführt.

Abhängend von den Ergebnissen können noch weitere Tests erforderlich sein, um eine Diagnose der Ursachen für Sterilität zu erstellen

Wenn das Ergebnis der Sterilitätsuntersuchung normal ist, wird es abhängig von Alter, Sterilitätsdauer und Krankengeschichte empfohlen, die Eierstöcke für die künstliche Befruchtung bzw. In-Vitro Fertilisation hormonell zu stimulieren. Abgesehen davon, dass solche Behandlungen die Schwangerschaft erzielen, gelten sie auch, die Ursache für Unfruchtbarkeit zu untersuchen.
Weitere Untersuchungen für Sterilitätsbestimmung:

  • DNA-Fragmentierung Test in Spermien.
  • Spermien-FISH-Analyse.
  • Untersuchung der Meiose in Hodengewebe.
  • Karyogramm (Chromosomenanalyse).
  • Diagnostische Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung).
  • Diagnostische Laparoskopie (Bauchspiegelung).

DNA-Fragmentierung Test in Spermien. Dieser Test untersucht den Zustand des Erbmaterials in Samenzellen. Er wird direkt auf den Samenzellen durchgefürht. Sein Ziel ist es, festzustellen, ob DNA-Schäden bestehen, und welches das durchschnittliche Ausmaß der DNA-Schäden bei Spermien ist.

Bestimmte Faktoren (oxidativer Stress, toxische Faktoren, hohe Temperaturen, u.a.) können zu Brüchen des Spermien-DNA führen und damit die Lebensfähigkeit des Embryos beeinträchtigen. Diese Alterationen finden meistens am Hoden aufliegenden Epididymis (Nebenhoden) statt, wo Samenzellen gespeichert werden.

Normalerweise werden ungefähr 500-800 Spermatozoen beurteilt. Gewöhnlich liegt der normale Wert der gestörten Spermien unter 25%.

Spermien-FISH-Analyse: Mit Hilfe der Fluoreszenz – in situ Hybridisierung (FISH) kann man die häufigsten Chromosomenstörungen im Samenzellen erkennen bzw. ausschließen. Nur 5 von 23 Chromosomenpaaren, nämlich 13, 18, 21, X und Y, können mit dieser Technik analysiert werden. Trotzdem erweist sie sich als nützlich zur Abschätzung der Zeugung einnistungsfähigen Embryos und/oder chromosomal bedingten Aborte.

Untersuchung der Meiose in Hodengewebe: Unter Meiose (Reifeteilung) versteht man die Zellkern-Teilung, bei der die Zahl der Chromosomen halbiert wird, was zur Bildung von Gameten (Keimzellen: Eizellen oder Samenzellen) fürht. Genetische oder umweltbedingte Rekombinationsdefekte bei diesem Prozess können spontane Aborte und Unfruchtbarkeit verursachen. Parenchym (Grundgewebe) aus Hodengeweben wird durch eine Biopsie entnommen und analysiert, um den Prozess der Meiose zu untersuchen.

Karyogramm (Chromosomenanalyse): Die Chromosomen enthalten das genetische Material eines Menschen. Beim Karyogramm handelt es sich um ein diagnostisches Vorgehen, wo die Zahl und Größe der Chromosomen analysiert werden. Dazu wird Blut abgenommen, um eine Chromosomenanalyse aus dem Kern der Lymphozyten anzufertigen

Bei geringer Spermienanzahl wird auch ein Karyogramm empfohlen, so dass mögliche genetische Gründe für die geringe Spermproduktion ausgeschlossen warden können.

Diagnostische Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung): Eine Hysteroskopie ist eine diagnostische Spiegelung der Gebärmutterhöhle. Sie wird bei Verdacht auf Veränderungen im Bereich der Gebärmutter (Polypen, Myome, Endometriose) oder bei Neigung zu Fehlgeburten (habitueller Abort) durchgeführt. Eine Kanüle mit einem optischen Instrument wird über Scheide und Gebärmutterhalskanal in die Gebärmutterhöhle eingeführt, um die Innenwände der Gebärmutter und die Gebärmutterschleimhaut untersuchen.

Diagnostische Laparoskopie (Bauchspiegelung): Eine Laparoskopie wird durchgeführt, um ein genaueres Bild über mögliche, durch Endometriose oder Entzündungen verursachte Beckenverwachsungen zu verschaffen und dabei sie durchzutrennen. Diese Technik wird auch bei unerklärter Unfruchtbarkeit verwendet.